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Über 3000 Saubermänner reinigen ganz Deutschland

Damian Ryschka - 2005-05-06

Serie: Kleine uns mittlere Unternehmen im Oldenburger Münsterland

Oldenburger Münsterland — Kleine und mittlere Unternehmen im Oldenburger Münsterland - unter diesem Titel stellen der Verbund Oldenburger Münsterland und die OV Unternehmen in ihren Kommunen vor.
Heute präsentieren wir das Reinigungsunternehmen Nils Bogdol GmbH in Holdorf:

Wischmopp und Fensterleder kennt Nils Bogdol nicht nur aus der Theorie. Quadratmeter um Quadratmeter Räume und Flächen hat der smarte Unternehmer schon per Hand gesäubert. Schließlich ist Gebäudereiniger ein Lehrberuf und Lehrjahre sind keine Herrenjahre. Nur einmal wurde es dem jungen Bogdol damals zu viel, bei einem Praktikum in Schweden: Die Mammutfähren, die zwischen Skandinavien und Deutschland verkehren, zu reinigen sei gar nicht lustig. „Dafür kann ich aber jetzt auch Betten beziehen”, sagt der Gebäudereinigermeister.

Dass Bogdol mal selbst im Overall mit dem Eimer und Wischer über Bankflure huschte, sieht man dem Unternehmer heute nicht mehr an. Perfekter Haarschnitt, manikürte Nägel, perfekt sitzendes Bürooutfit. Alles propper - wie es sich_ für die Branche gehört. Ebenso propper die Geschäftsräume in Holdorf. Es blitzt und blinkt und riecht dezent nach Reinigungsmitteln. Auch wenn Bogdol und sein Team in Holdorf keine Kundschaft erwarten. Denn die sitzt ganz woanders. Unter anderem reinigt die Nils Bogdol GmbH Küchen im Catering-Bereich der Lufthansa und Gebäude der Telekom in ganz Norddeutschland.

Aufträge bewältigt er im gesamten Bundesgebiet. Neun Filialen hat das Unternehmen, Hauptsitz ist Holdorf. Hier sind auch die über 3000 Mitarbeiter des Unternehmens gemeldet; deshalb gilt der Saubermann als der größte Arbeitgeber des Kreises Vechta. Das personelle Management des Unternehmens ist indes schmal:

Die Firma beschäftigt sechs Meister, vier Desinfektoren, drei technische Betriebsleiter, einen kaufmännischen Betriebsleiter und zwei Qualitätsbeauftragte. Zwölf Azubis kommen dazu.

Der Anteil von geringfügig Beschäftigten, ist relativ hoch: „Ich würde gerne davon wegkommen, aber es geht nicht“ sagt Bogdol. Der Grund: Viele Kunden wollen nicht, dass deren Gebäude tagsüber gereinigt werden. Und nachts arbeiten hauptsächlich die geringfügig Beschäftigten. „Eine sehr deutsche Eigenart”, wie Bogdol meint.

Vor 27 Jahren hat Bogdols Vater eine Gebäudereinigung in Hamburg gegründet. Sohn Nils stieg ein. Nach zwölf Jahren trennten sich Vater und Sohn gütlich. Nils Bogdol bekam einen Teil des Unternehmens und zog in die weite Welt - und 1996 nach Holdorf. Das Unternehmen wuchs konstant. Zu Beginn gab es einen Umsatz von neun Millionen Mark, „und wir haben seit sieben Jahren konstant 20 Prozent Wachstum im Jahr”, sagt Bogdol. Der Jahresumsatz für dieses Jahr wird bei 33 Millionen Euro liegen, schätzt der Unternehmer. Der Wachstumskurs ist umso erstaunlicher, als dass der Markt schwierig ist. Zum einen verlangen große Konzerne immer größere Reinigungsbetriebe, die zum Teil schon europaweit tätig sein müssen.

Zum anderen treffen die Branche Gesetzesverordnungen wie kaum eine andere. „Ob Änderung der Handwerksordnung oder Änderung in der Bezahlung von geringfügig Beschäftigten. Es gibt kaum eine Verordnung aus den letzten Jahren, die uns nicht getroffen hat”, sagt Bogdol. Dennoch: Der Hanseat lässt sich nicht desillusionieren, setzt auf Expansion. Wenn „weiß“ eine schöne Farbe für einen Gebäudereiniger ist, auf der Landkarte stört sie Bogdol. Denn „weiß“ für Bogdol sind hier noch die Bundesländer Saarland und Baden-Württemberg. Vermutlich nicht mehr lange. Denn schon bald wird es auch dort eine Filiale der Nils Bogdol GmbH geben.

Von: Damian Ryschka

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